Was passiert, wenn die Geburt nicht nach Plan verläuft?

Was passiert, wenn die Geburt nicht nach Plan verläuft?

Du hast monatelang auf diesen Moment gewartet, alles geplant und dich bestmöglich vorbereitet. Doch was passiert, wenn die Geburt deines Kindes nicht so verläuft, wie du es dir vorgestellt hast? In diesem Artikel erfährst du, welche Komplikationen auftreten können und wie du damit umgehen kannst.

Wenn die Wehen auf sich warten lassen

Stell dir vor, der errechnete Geburtstermin ist gekommen und gegangen, aber dein Baby zeigt keine Anstalten, das Licht der Welt zu erblicken. In solchen Fällen kann eine Geburtseinleitung notwendig werden. Dabei werden die Wehen künstlich in Gang gesetzt, entweder durch Medikamente oder durch mechanische Methoden wie das Lösen der Eihäute. Manchmal reicht auch schon ein warmes Bad oder ein Spaziergang, um die Wehen anzuregen.

Die Tücken der Wehenschwäche

Eine häufige Komplikation während der Geburt ist die Wehenschwäche. Hierbei sind die Wehen zu kurz, zu selten oder zu schwach, um die Geburt voranzutreiben. Man unterscheidet zwischen primärer Wehenschwäche, die gleich zu Beginn auftritt, und sekundärer Wehenschwäche, die sich erst im Verlauf der Geburt entwickelt.

Wenn deine Wehen zu schwach sind, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden:

  • Bewegung und Positionswechsel
  • Akupunktur oder Akupressur
  • Medikamentöse Wehenförderung

In manchen Fällen kann eine Wehenschwäche dazu führen, dass dein Baby mit Hilfe einer Saugglocke oder Geburtszange auf die Welt geholt werden muss. In seltenen Fällen kann auch ein Kaiserschnitt notwendig werden.

Wenn die Nabelschnur Probleme macht

Die Nabelschnur ist die lebenswichtige Verbindung zwischen dir und deinem Baby. Doch manchmal kann sie auch für Komplikationen sorgen:

Nabelschnurumschlingung: Bei etwa jeder fünften Geburt wickelt sich die Nabelschnur um Körperteile des Babys. In den meisten Fällen ist das kein Problem, aber wenn es zu einer Unterversorgung kommt, muss die Geburt beschleunigt werden.

Nabelschnurknoten: Bei einer sehr langen Nabelschnur kann sich ein Knoten bilden. Dein Arzt oder deine Hebamme wird die Herztöne deines Babys sorgfältig überwachen, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen.

Nabelschnurvorfall: Dies ist eine seltene, aber ernste Komplikation. Wenn die Nabelschnur vor dem Baby in den Geburtskanal rutscht, kann sie abgeklemmt werden und die Sauerstoffversorgung des Babys gefährden. In solchen Fällen ist oft ein Notfallkaiserschnitt erforderlich.

Wenn sich der Mutterkuchen zu früh löst

Eine vorzeitige Plazentaablösung ist eine seltene, aber potenziell gefährliche Komplikation. Hierbei löst sich die Plazenta teilweise oder vollständig von der Gebärmutterwand, bevor das Baby geboren ist. Dies kann zu Sauerstoffmangel beim Baby und starken Blutungen bei dir führen.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Narben in der Gebärmutter
  • Myome
  • Chronisch erhöhter Blutdruck
  • Präeklampsie oder HELLP-Syndrom

Bei einer vorzeitigen Plazentaablösung ist schnelles Handeln gefragt. In den meisten Fällen wird ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt, um dein Baby so schnell wie möglich zur Welt zu bringen.

Wenn die Lage nicht stimmt

Manchmal liegt dein Baby nicht in der idealen Position für die Geburt. Eine Steißlage (Po voran) oder Querlage kann die vaginale Geburt erschweren oder unmöglich machen. In solchen Fällen wird dein Arzt oder deine Hebamme mit dir die Möglichkeiten besprechen, die von einer äußeren Wendung bis hin zu einem geplanten Kaiserschnitt reichen können.

Wenn es zu Blutungen kommt

Starke Blutungen während oder nach der Geburt können verschiedene Ursachen haben und sind immer ein Grund zur Sorge. Eine mögliche Ursache ist die Uterusatonie, bei der sich deine Gebärmutter nach der Geburt nicht ausreichend zusammenzieht.

Bei starken Blutungen können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Gabe von Medikamenten zur Förderung der Gebärmutterkontraktionen
  • Massage der Gebärmutter
  • In seltenen Fällen operative Eingriffe

Der ungeplante Kaiserschnitt

Auch wenn du eine natürliche Geburt geplant hast, kann es sein, dass ein Kaiserschnitt notwendig wird. Gründe dafür können sein:

  • Geburtsstillstand
  • Anzeichen für eine Gefährdung des Babys
  • Plazentaprobleme
  • Bestimmte Erkrankungen der Mutter

Ein ungeplanter Kaiserschnitt kann emotional herausfordernd sein. Es ist wichtig, dass du dir bewusst machst, dass es dabei um die Sicherheit von dir und deinem Baby geht.

Komplikationen nach der Geburt

Auch nach der Geburt deines Babys können noch Komplikationen auftreten. Eine gefürchtete, aber zum Glück sehr seltene Komplikation ist die Fruchtwasserembolie. Hierbei gelangt Fruchtwasser in deinen Blutkreislauf, was zu schwerwiegenden Problemen führen kann.

Eine häufigere Komplikation sind Thrombosen und Embolien, besonders nach einem Kaiserschnitt. Bewegung nach der Geburt und in manchen Fällen die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten können helfen, dieses Risiko zu reduzieren.

Wie du dich vorbereiten kannst

Auch wenn es unmöglich ist, alle Eventualitäten vorherzusehen, gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um dich auf mögliche Komplikationen vorzubereiten:

  1. Informiere dich: Je mehr du über den Geburtsprozess und mögliche Komplikationen weißt, desto besser kannst du mit unerwarteten Situationen umgehen.

  2. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Hebamme: Besprich deine Ängste und Fragen offen. Sie können dir wertvolle Informationen und Beruhigung geben.

  3. Sei flexibel in deiner Geburtsplanung: Halte dir vor Augen, dass Geburten oft unvorhersehbar sind. Ein flexibler Geburtsplan kann dir helfen, mit Änderungen besser umzugehen.

  4. Bring eine Vertrauensperson mit: Jemand, der dich unterstützt und für dich spricht, wenn du dazu nicht in der Lage bist, kann in schwierigen Situationen sehr hilfreich sein.

  5. Übe Entspannungstechniken: Techniken wie Atemübungen oder Meditation können dir helfen, auch in stressigen Situationen ruhig zu bleiben.

Denk immer daran: Auch wenn die Geburt nicht genau so verläuft, wie du es dir vorgestellt hast, ist das Wichtigste, dass du und dein Baby am Ende gesund sind. Jede Geburt ist einzigartig, und manchmal führen unerwartete Wege zum schönsten Ziel – deinem Baby in deinen Armen.

Komplikationen während der Geburt können beängstigend sein, aber mit dem richtigen Wissen und der Unterstützung deines medizinischen Teams bist du gut vorbereitet. Vertraue darauf, dass die Ärzte und Hebammen alles tun werden, um dir und deinem Baby die bestmögliche Versorgung zu bieten. Und denk daran: Millionen von Frauen vor dir haben diese Herausforderung gemeistert, und du wirst es auch schaffen!