So erkennst du, ob deine Wehen echt oder nur Übungswehen sind

So erkennst du, ob deine Wehen echt oder nur Übungswehen sind

Du bist schwanger und plötzlich spürst du ein Ziehen im Bauch. Dein Herz beginnt zu rasen und du fragst dich: Sind das echte Wehen? Geht es jetzt los? Keine Sorge, in den meisten Fällen handelt es sich wahrscheinlich nur um Übungswehen. Aber wie kannst du sicher sein? In diesem Artikel erfährst du alles über die verschiedenen Wehenarten und wie du sie voneinander unterscheiden kannst.

Was sind Übungswehen?

Übungswehen, auch bekannt als Schwangerschaftswehen, falsche Wehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen, sind ein völlig normaler Teil deiner Schwangerschaft. Sie treten in der Regel ab der 20. Schwangerschaftswoche auf, manchmal sogar schon früher. Aber keine Sorge, diese Wehen sind harmlos und haben einen wichtigen Zweck: Sie bereiten deinen Körper auf die bevorstehende Geburt vor.

Wenn du eine Übungswehe hast, zieht sich die Muskulatur deiner Gebärmutter für einige Sekunden zusammen und entspannt sich dann wieder. Das mag sich für dich vielleicht etwas seltsam anfühlen, aber es ist ein natürlicher Prozess. Durch dieses 'Training' wird deine Gebärmutter fit für den großen Tag.

Wie fühlen sich Übungswehen an?

Übungswehen können sich von Frau zu Frau unterschiedlich anfühlen. Einige Schwangere bemerken sie kaum, während andere sie deutlicher wahrnehmen. Hier sind einige typische Merkmale:

  • Dein Bauch wird für kurze Zeit hart und spannt sich an.
  • Du spürst möglicherweise ein leichtes Ziehen im Bauch oder Rücken.
  • Die Wehen sind in der Regel nicht schmerzhaft, können aber unangenehm sein.
  • Sie dauern meist weniger als 30 Sekunden, maximal eine Minute.
  • Übungswehen treten unregelmäßig auf, oft nicht öfter als dreimal pro Stunde.

Es ist wichtig zu wissen, dass Übungswehen keinen Einfluss auf deinen Muttermund haben und die Geburt nicht einleiten. Sie verbessern jedoch die Durchblutung der Plazenta und sorgen so für eine gute Versorgung deines Babys mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Wann treten Übungswehen häufiger auf?

Du wirst vielleicht feststellen, dass deine Übungswehen in bestimmten Situationen häufiger auftreten:

  • Nach körperlichen Aktivitäten
  • Nach dem Geschlechtsverkehr
  • Bei Stress oder Anspannung
  • Wenn du dehydriert bist
  • Wenn deine Blase voll ist

Wie unterscheidest du Übungswehen von echten Wehen?

Die große Frage, die sich viele Schwangere stellen, ist: Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Übungswehen und echten Wehen? Hier sind einige Anhaltspunkte:

Übungswehen:

  • Treten unregelmäßig auf
  • Sind meist schmerzlos oder nur leicht unangenehm
  • Werden nicht intensiver oder häufiger
  • Verschwinden oft bei Positionswechsel oder Bewegung
  • Lassen bei einem warmen Bad nach

Echte Wehen:

  • Kommen in regelmäßigen Abständen
  • Werden mit der Zeit intensiver und häufiger
  • Sind deutlich schmerzhafter
  • Bleiben bestehen, egal was du tust
  • Können durch ein warmes Bad sogar verstärkt werden

Ein praktischer Tipp: Wenn du unsicher bist, ob es sich um echte Wehen handelt, nimm ein warmes Bad. Übungswehen werden durch die Wärme gelindert, während sich echte Geburtswehen oft noch verstärken.

Was tun bei Übungswehen?

Grundsätzlich sind Übungswehen kein Grund zur Sorge. Sie gehören zu einer normalen Schwangerschaft einfach dazu. Sollten sie sich für dich jedoch unangenehm anfühlen, gibt es einige Dinge, die du tun kannst:

  1. Entspanne dich: Setze oder lege dich hin und atme ruhig.
  2. Trinke ausreichend Wasser: Dehydrierung kann Übungswehen verstärken.
  3. Wechsle deine Position: Manchmal hilft schon eine kleine Bewegung.
  4. Nimm ein warmes Bad: Die Wärme kann die Wehen lindern.
  5. Massiere sanft deinen Bauch: Das kann entspannend wirken.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Obwohl Übungswehen in der Regel harmlos sind, gibt es Situationen, in denen du besser einen Arzt oder eine Hebamme kontaktieren solltest:

  • Wenn die Wehen sehr schmerzhaft werden
  • Wenn sie in regelmäßigen Abständen auftreten und intensiver werden
  • Wenn du vor der 37. Schwangerschaftswoche häufige oder starke Wehen hast
  • Wenn du unsicher bist und dich beunruhigt fühlst

Es ist immer besser, einmal zu viel nachzufragen als einmal zu wenig. Dein Arzt oder deine Hebamme können mit einem CTG feststellen, ob es sich um echte Wehen handelt und ob dein Muttermund sich bereits verändert hat.

Die letzten Wochen der Schwangerschaft

In den letzten Wochen deiner Schwangerschaft wirst du wahrscheinlich häufiger Übungswehen spüren. Das ist völlig normal und ein Zeichen dafür, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet. Diese Wehen, auch Senkwehen genannt, helfen dabei, das Baby in die richtige Position für die Geburt zu bringen.

Während dieser Zeit ist es wichtig, auf deinen Körper zu hören und dir ausreichend Ruhe zu gönnen. Achte besonders darauf, genug zu trinken und vermeide Überanstrengung. Wenn du häufig einen harten Bauch hast, informiere deine Hebamme oder deinen Frauenarzt darüber.

Der große Moment: Echte Wehen erkennen

Wenn der Tag der Geburt näher rückt, wirst du wahrscheinlich aufgeregter und achtest genauer auf jedes Ziehen in deinem Bauch. Echte Geburtswehen unterscheiden sich deutlich von den Übungswehen:

  • Sie beginnen oft mit einem Ziehen im unteren Rücken, das sich dann nach vorne in den Bauch ausbreitet.
  • Die Wehen werden mit der Zeit stärker, länger und häufiger.
  • Sie kommen in regelmäßigen Abständen, die sich verkürzen.
  • Du musst die Wehen veratmen und kannst dich zwischen den Wehen kaum entspannen.

Wenn deine Wehen diesem Muster folgen und du das Gefühl hast, dass es losgeht, ist es Zeit, deine Hebamme oder das Krankenhaus zu kontaktieren.

Abschließende Gedanken

Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist einzigartig. Was du erlebst, kann sich von den Erfahrungen anderer Frauen unterscheiden. Vertraue auf dein Gefühl und scheue dich nicht, bei Unsicherheiten nachzufragen. Deine Hebamme oder dein Arzt sind dazu da, dich in dieser aufregenden Zeit zu unterstützen.

Genieße die letzten Wochen deiner Schwangerschaft und bereite dich in Ruhe auf die Ankunft deines Babys vor. Ob Übungswehen oder echte Wehen – jede Kontraktion bringt dich dem magischen Moment näher, in dem du dein Kind zum ersten Mal in den Armen halten wirst. Du schaffst das!